Systemische Psychotherapie

Was ist Systemische Therapie?


Die Systemische Familientherapie ist eine der jüngsten Schulen in der Geschichte der Psychotherapie und vereint deshalb die wichtigsten Erkenntnisse und wirksamsten Methoden ihrer Vorgänger in sich. An verschiedenen Orten der Welt erkannten Therapeut*innen, dass ihre Patient*innen nicht unabhängig von den sie prägenden Menschen und der sie umgebenden Realität behandelt werden konnten. Vielmehr beeinflussen sich Individuum und Umwelt gegenseitig, sind aufeinander bezogen, bewegen sich miteinander. Aus unterschiedlichen systemischen und familientherapeutischen Ansätzen entwickelte sich im Laufe der Jahre eine integrative Therapieschule, die Systemische Therapie, wie wir sie heute kennen.


Trotz der immer noch bestehenden Mannigfaltigkeit der Systemischen Perspektiven sind Bezogenheit/Zugewandtheit und Kommunikation auch heute die Kernkomponenten unserer Arbeit. Alles ist verbunden - mal macht das die Schönheit des Lebens aus, mal behindert es uns in unserer eigenen Entwicklung.


Auch „Störungen“ betrachten wir in der Systemischen Therapie nicht als „Eigenschaft“ einer Einzelperson, sondern als gescheiterten Versuch, etwas auszudrücken, uns zu verändern, innere Hürden zu überwinden.


Gemeinsam arbeiten wir daran, in einem offenen, wertschätzenden Dialog Ihre Stärken und neue, bessere Lösungsmöglichkeiten und Interaktionsmuster (wieder) zu entdecken. Die Lösungsorientierung der Systemischen Therapie schafft Handlungsspielräume und Wahlfreiheit, wo wir bisher unbewussten Mustern folgten und nicht ganz wir selbst sein konnten. "Sowohl-als-Auch" eröffnet Optionen, während "Entweder-Oder" sie verengt.


Dabei nehmen wir immer auch Ihr Bezugssystem mit in den Blick, entweder in unserer Einzelarbeit oder ganz konkret, indem wir mit Ihrer ganzen Familie oder Teilen davon arbeiten. Die Einbeziehung des familiären Kontextes weitet unseren Blick auf das gesamte System, aus dem wir stammen oder in dem wir leben, und richtet ihn dann auf uns selbst zurück.


Es gibt keinen therapeutischen Masterplan, sondern wir entscheiden gemeinsam, was Sie brauchen, was Ihnen guttut, in welche Richtung Sie gehen möchten. Nicht Sie folgen mir, sondern ich Ihnen. Ich stehe mit meinem Handwerkszeug an Ihrer Seite. Dieses umfasst Fragen, Austausch, die Arbeit mit dem Familienbrett, Familienskulpturen, körperbetonte, imaginative Techniken und vieles mehr.


Ausgangspunkt ist eine möglichst genaue Auftragsklärung. Hierauf aufbauend beginnt die Therapie; und selbstverständlich kann der Therapieauftrag im Verlauf neu ausgerichtet werden, wenn sich Ziele und Schwerpunkte verändern.

Systemische Therapie & Krankenkassen


Ich gehöre deutschlandweit zu den ersten Psychotherapeut*innen, die eine Approbation im Richtlinienverfahren Systemische Therapie haben.


2018 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) als letzten Schritt eines langjährigen Anerkennungsprozesses beschlossen, die Systemische Psychotherapie als Pflichtleistung der Krankenkassen zuzulassen. 2019 wurde sie in der Psychotherapie-Richtlinie dann konkretisiert und reguliert, mit weitreichenden Folgen für die deutsche Psychiatrie- und Psychotherapielandschaft.


Seit 2020 bezahlen die privaten und gesetzlichen Krankenkassen eine Psychotherapie nach Systemischen Grundsätzen, soweit der/die Therapeut*in eine Approbation nach dem Psychotherapeutengesetz hat. Noch gibt es kaum Systemische „Kassensitze“, doch gibt es jenseits der Privatleistung die Möglichkeit, sich um eine sog. Kostenerstattung bei den Krankenkassen zu bemühen. Die Einzelheiten hierzu bespreche ich gern mit Ihnen.

Termine & Kosten


Eine Sitzung dauert 50 Minuten. Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeut*innen, aktuell betragen sie 100,55 Euro pro Sitzung. Das gilt unabhängig von Anliegen und Anzahl der Teilnehmer*innen.


Gesetzlich Versicherte


Meine Leistungen werden auch im Fall einer klinischen Diagnose nur selten von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. In Ausnahmefällen kommt eine Vergütung auf dem Wege einer Kostenerstattung nach § 13 III SGB V in Frage, wenn Sie trotz wiederholter Bemühungen keinen Psychotherapieplatz bei einem/r niedergelassenen Psychotherapeut*in erhalten. Ich unterstütze Sie hierbei gern. Einzelheiten hierzu finden Sie zum Beispiel hier.


Privatversicherte/Beihilfeempfänger*innen


Für Privatversicherte und Beihilfeempfänger*in ist eine Kostenübernahme durch den jeweiligen Leistungsträger in der Regel möglich. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob und in welcher Höhe und welchem Umfang eine Psychotherapie übernommen wird. Dies hängt von Ihren individuellen Vertragsbedingungen ab.


Selbstzahler*innen


Selbstverständlich können Sie auch als Selbstzahler*in kommen. In diesem Fall haben Sie keine Formalitäten zu beachten.